Hast Du auch Angst Dein Skizzenbuch zu versauen? – 5 Ansätze, die mir geholfen haben meine Furcht zu überwinden

Da liegt es, das neue Skizzenbuch voller jungfräulicher Seiten, die nur darauf warten gefüllt zu werden. Du hast Visionen von Dir, wie Du ab jetzt jeden Tag in diesem wunderschönen Buch zeichnest, malst, Deine Kreativität zelebrierst.

Doch dann…

Doch dann, wenn es ans Anfangen geht, zieht sich plötzlich innerlich alles zusammen. Du traust Dich nicht anzufangen. Du hast Angst.

Angst.

Angst, es zu versauen.

Angst, dass es hässlich wird.

Angst, dass Du dem Skizzenbuch nicht gerecht werden könntest.

Ein leeres Skizzenbuch ist voller Potenzial.

Und wenn Du tatsächlich anfängst es zu benutzen könntest Du hinter Deinen Erwartungen zurück bleiben.

Hast Du auch Angst Dein Skizzenbuch zu versauen? - 5 Skizzenbuch Tipps

Skizzenbücher sind Arbeitsbücher

Erinnerst Du Dich an den Englisch- und Französischunterricht? An Workbooks und Cahier d‘exercice?

Skizzenbücher sind nichts anderes. Ein geballter Ort, wo Du Üben kannst.

Je nachdem, was Du gerne machst, können das gezielte anatomische Übungen sein, aber auch (, so wie bei mir,) Naturbeobachtungen. In meinem Natur-Skizzenbuch übe ich nicht nur das Zeichnen an sich, sondern auch das stille Beobachten und Warnehmen der Welt um mich herum.

Ich habe schon einmal darüber geschrieben, dass Skizzenbücher Arbeitsbücher sind, dass Du in und mit ihnen arbeitest und, dass sie nicht schön anzuschauen sein müssen.

Ganz im Gegenteil. Nur wer Neues ausprobiert, seine Grenzen erkundet, kann auch etwas lernen. Die Ergebnisse solcher kreativen Experimente sehen aber meist nicht so aus, dass Du sie gleich auf Pinterest teilen möchtest.

„Hübsch“ und „Schön“ als Ziel und Antrieb

Der Vorsatz etwas Hübsches oder Schönes erzeugen zu wollen, ist bei Skizzenbuch also eher hinderlich als hilfreich.

Ich verstehe aber auch das Bedürfnis etwas zu produzieren, dass Dir gefällt.

Denn ästhetisch anpreschende Seiten wirken motivierend und erzeugen Lust weiterzumachen

Was also tun? Ich suche immer nach Mitteln und Wegen die oben geschilderte Hemmschwelle, die Angst, niedrig zu halten oder auszutricksen.

Hier sind sie also meine

 

5 Ansätze, die mir geholfen haben meine Furcht vor der leeren Skizzebuchseite zu überwinden

 

Lass die erste Seite frei.

Ja, so einfach ist das. Irgendwie ist die Befürchtung gleich die erste Seite des Skizzenbuches zu versauen besonders groß. Da bin ich doch nicht die einzige, oder?

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Dagegen hilft, einfach die erste Seite freilassen. Später kannst Du diese Seite ja bekleben. Ich sammele auf meiner kleine Fundstücke – bisher nur ein Schmetterlingsflügel, aber über die Monate wird die Sammlung von ganz alleine wachsen.

Klebe deine Bilder ein

Wenn Du wirklich unsicher bist, dann kannst Du auch erst auf einem extra Stück Papier arbeiten und es dann später einkleben.Hast Du auch Angst Dein Skizzenbuch zu versauen? - 5 Skizzenbuch Tipps | Gesche Santen Blog

Dies ist übrigens auch eine gute Idee, wenn Du ein altes Skizzenbuch hast, das nicht für Wasserfarben geeignet ist, Du aber Aquarell ausprobieren möchtest.

Zum Beispiel für meine 5 Ideen für Dein Natur-Skizzenbuch ;)

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Ergänze einen Rahmen und Notizen

Ich weiß nicht genau warum, aber irgendwie sieht alles besser aus, wenn man einen Rahmen herum setzt. Probiere es einfach mal aus. Die Seite wirkt gleich viel ausgereifter.

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Gerade bei Skizzen die draußen entstanden sind ergänze ich außerdem oft erklärende Notizen.

Dies sind die Knospen, so sieht die Blüte fast verblüht aus…

Es heißt ja oft „ Zeichnen lernen, ist sehen lernen“, und so ist es nur passend, wenn man zusätzlich zu den Zeichnungen Beobachtungen festhält.

Arbeite in Miniaturen

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Teile Deine Seite einfach in kleine Rechtecke oder Quadrate auf. Sie können gleichmäßig sein oder auch unterschiedlich groß.

Jetzt fülle jedes Rechteck mit einer kleinen Skizze oder einem Mini-Bild. Das Mini-Format zwingt Dich dazu davon abzusehen Dich auf Details zu versteifen.

Beschränke die detaillierte Ausarbeitung auf einen kleinen Bereich

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Gerade bei Blütendolden oder Früchten gibt es viele Details, die sich immer fort wiederholen. Es kann ganz schön herausfordernd bis entnervend sein, die alle festzuhalten.

Mehr Spaß macht es nur einen Teilbereich genau auszuarbeiten und den restlichen Bereich nur anzudeuten. Aaahhhh viel besser. Merkst Du, wie Anspannung von Dir abfällt? (Oder bin das wieder nur ich?)

Jetzt bist Du an der Reihe:

Was ist Deine größte Hemmung, wenn Du vor Deinem Skizzenbuch sitzt?

Hast Du Tipps für mich die Angst vor der versauten Seite zu überwinden?

 

Meine Aquarell -Ressourcenliste

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Finde heraus, welche Farben und Materialien ich für meine Blumen- Aquarelle verwende.

Es sind weniger, als Du denkst!

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16 Kommentare

  1. Ich kenne das sehr gut. Man sieht immer die wunderschön gestalteten Notizbücher bei zum Beispiel Pinterest. Es hat lange gedauert, bis ich den ästhetischen Anspruch an mein Skizzenbuch ablegen konnte, schließlich sind gute Skizzenbücher nicht grade billig und man möchte das Geld ja nicht zum Fenster raus schmeißen.

    Mir hat das Buch „Wreck this Journal“ geholfen diese Hemmung zu überwinden. Inzwischen macht es mir nichts mehr aus, auch mal schlechte Skizzen anzufertigen, denn das Skizzenbuch ist, wie du schon gesagt hast, ein Arbeitsbuch.

  2. Ich hab jetzt hier endlich mal die Kommentarfunktion gefunden liebe Gesche, das geht irgendwie im WordPress Reader nicht, und ich wollte Dir doch längst mal sagen, dass ich wundervoll finde was Du tust!!! Wunderschöne Kunst und inspirierende Gedanken! Alles Liebe von Diana

    • Liebe Diana,
      vielen Dank für dieses Kommentar, das hat mich wirklich sehr gefreut! Ich wollte dir eigentlich schon lange mal schreiben. Denn, als ich mit dem Bloggen (und dem Wieder-Malen) anfing waren es 2-3 Sätze aus der Über-mich-Seite, die mir soviel Mut gegeben haben. Der Satz darüber, dass du erst über 30 werden musstest, um dich zu trauen und dich auf das von-der-Kunst-leben einzulassen <3 Vom von-der-Kunst-leben bin ich noch weit entfernt, aber diese Sätze und dein fröhliches Lachen haben mich aufgebaut.
      Liebe Grüße zurück,
      Gesche

  3. Dein Beitrag ist sehr interessant! Ich habe stets mehrere Skizzenbücher, je nachdem, was ich gerade so vorhabe. Eins ist nur für Urlaubsskizzen reserviert, eins dient dazu, neue Materialien auszuprobieren, eins nutze ich, um kleine Skizzen anzufertigen, aus denen später größere Bilder werden sollen oder einfach nur zum Zeichnen üben. Versaute Seiten gibt es genug – aber ich muss sie ja nicht zeigen, wenn ich nicht will! Ich sag mir dann: Mach einfach weiter und nur durch das Versauen der Seiten werde ich besser! Bestimmt! Viele Grüße Alexandra

    • Hallo Alexandra,
      dankeschön! Deine Skizzenbuch-Sytematik klingt ja sehr organisiert, da kann ich mir ne Scheibe von abschneiden :) Ich habe im Moment zwei in Gebrauch, mein Natur-Skizzenbuch in dem ich nur Beobachtungen, Momente und Fundstücke von Spaziergängen und Exkursionen festhalte und ein zweites „für den Rest“. Also vor allem zum Üben. Ein weiteres für Skizzen und Vorarbeiten für spätere größere Bilder ist aber eine sehr gute Idee, denn im Moment mache ich das auf einzelnen Papierbögen und dann hat man soviele Zettel rumfliegen, von denen man nicht weiß, ob man die wegschmeißen kann/soll/will ;)

      Viele Grüße zurück, Gesche

  4. Hi Gescha,

    seit zwei Tagen stöbere ich nun auf Deinem Blog herum und bin wirklich ganz begeistert von Deinen Zeichnungen und Themen! Auch dieser Beitrag trifft voll ins Schwarze. Hatte auch lange Angst mein Skizzenbuch zu „verschandeln“ und mich dadurch oft vom Zeichnen abgehalten. Meinen Blog kennst Du ja jetzt, da habe ich auch darüber geschrieben (Mut mit Freude zu zeichnen), deshalb hier nur die kurze Variante. Mein Trick diese Angst zu überwinden besteht im blind oder halbblinden Konturen zeichnen oder mit der linken zu zeichnen, Auf diese Weise bringe ich die Perfektionistin in mir zum Schweigen: Wenn ich gar nicht sehe, was ich tue oder mit der „falschen“ Hand zeichne, was soll da schon groß herauskommen? ;-)

    Deinen Tipp nicht auf der ersten Seite anzufangen, kann ich nur unterstreichen! Auf diese Weise konnte ich auch in meinen Skizzenbüchern den Druck erheblich zu verringern (Verrückt,was man sich für einen Stress macht,oder?)

    Tja, und es kommt immer alles anders, als man denkt: Heute habe ich mich an Aquarellfarben rangetraut und bin grandios gescheitert. Ich weiß, so sollte man das nicht sehen und eigentlich dachte ich, dass ich diese Denkweise überwunden hätte(siehe oben) und jetzt bei der neuen Technik – bumm,sind die Ängste wieder da. Gut, dass Deine Tipps besonders den Umgang mit Aquarell thematisieren. Die Miniaturbilder werde ich mal ausprobieren.

    Wünsche Dir ein schönes Wochenende
    Alex

    • Hey Alex,
      auf die Gefahr hin jetzt unglaublich „life coach-y“ zu klingen: Gescheitert bist du erst, wenn du aufgibst, die Farben in eine Ecke schmeißt und nie wieder rausholst…so gesehen bist du überhaupt nicht an Aquarell gescheitert, wenn du schon wieder neue Pläne schmiedest ;)
      Falls du konkrete Fragen hast, kannst du sie gerne per Mail an mich senden (info@geschesanten.com). Ansonsten ist vieles beim Aquarell Ausprobieren und ein Gefühl für die Farben bekommen.
      Und ganz wichtig, sich nicht zu ärgern, weil das Ergebnis nicht so aussieht, wie das was man im Internet (ich sag nur Pinterest) gesehen hat. Wenn ich mir lange genug Botanische Illustrationen anschaue, denke ich, dass meine Aquarelle nicht ordentlich genug sind. Wenn ich mir lange genug luftig-leichte Aquarelle angucke, denke ich, dass meine Bilder zu überarbeitet und nicht aus-dem-handgelenk genug sind…

      So, jetzt hast du mir eine Idee für einen Post übers „Scheitern an einem Medium“ gegeben (für mich wären das übrigens Tusche-Zeichnungen).

      Dir noch ein wunderschönes Wochenende und viele Aquarall-Experimente,

      Gesche

  5. Hi Gesche,

    vielen Dank für die liebe Antwort! Auf den Post freue ich mich schon :-). Habe auch deine Tipps für die Herangehensweisen bei der Darstellung eines Fingerhuts gefunden, da werde ich mich mal dran versuchen, um ein Gefühl für die Farben zubekommen. Für mich ist es auch total ungewohnt mit dem Pinsel zu arbeiten,aber ich bin einfach so fasziniert von Aquarell, dass ich es unbedingt auch anwenden möchte :-D

    Liebe Grüße
    Alex

  6. Liebe Gesche,
    ich bin richtig begeistert und animiert von deiner Blogseite. Du beschreibst sehr genau Vorgehensweisen, wo es halt mal klemmt und gehst bis ins letzte Detail all die Kleinigkeiten durch, die es braucht, um in Gang zu kommen. Ich wollte immer schon mal ein Skizzenbuch führen. Durch deine Anleitungen ist mir klar geworden, dass ich am besten mit der Natur beginne, die mir sowieso am Herzen liegt und so meinen Blick und mein Wissen erweitern kann. Ich danke Dir ganz herzlich für soviel von Herzen kommende Inspirationen. Dein Stil gefällt mir. Ich werde zum einen mein Repertoire erweitern und eine Menge dazu lernen.
    Ganz liebe Grüsse
    Monika

    • Liebe Monika,
      vielen Dank für die lieben Worte. Es freut mich zu hören, dass Du auf meinem Blog Hilfe und Unterstützung gefunden hast. Vielleicht hast du ja jetzt auch schon mit dem Skizzenbuchfrühling losgelegt.
      Noch einmal herzlichen Dank an dich.
      Liebe Grüße,

      Gesche

      • Ja, tatsächlich habe ich schon losgelegt. Und so merke ich genau, wo meine Ängste sind. Es fehlt mir einfach an Erfahrung mal locker loszulassen. Bisher habe ich nur aus dem Bauch gemalt. Abstrakt wie auch gegenständlich. Letzteres immer nach Fotovorlage. Und das ist jetzt was anderes. Eine Herausforderung. Jedoch eine sehr wichtige und reizvolle. Und dank Dir – die Du ja den Weg schon mal vorgehst und so vieles erklärst – baut es viele Hemmschwellen bei mir ab.
        Sehr sehr hilfreich und erleichternd in vielerlei Hinsicht. Herzlichen Dank
        MOnika

  7. Hallo Gesche,
    Deinen Blog habe ich gerade eben erst entdeckt. Skizzenbücher finde ich persönlich unhandlich, wenn man unterwegs ist und das Buch auf dem Schoß liegen hat. Bei Spiralbindung befürchte ich, zu sehr die mißlungenen Arbeiten auszusortieren und dann kaum noch Blätter im Skizzenbuch zu haben.

    Heute habe ich mir ein Skizzenbuch aus zwei alten Buchdeckeln, zwei Schlüsselringen und zurechtgeschnittenen (teilweise vorgrundierten) Papieren und Pappen hergestellt. Ich arbeite gerne in Mischtechniken. Dickeres Papier ist da manchmal angebrachter. Das Skizzenbuch kann ich bei Bedarf mit weiteren Blättern befüllen, völlig Mißlungenes herausnehmen oder die Skizzen jederzeit auch nach Themen sortieren.

    Bisher hatte ich nur ein hilfreiches Arbeitsjournal und ansonsten unbenutzte oder angefangene Skizzenbücher. Ich hoffe das klappt jetzt mal mit meinem personifizierten Skizzenbuch.

    So, jetzt werde ich erst einmal in Ruhe hier in Deinem Blog stöbern.

    Lieben Gruß
    Vera

    • Liebe Vera,
      *beinahe wäre dein Kommentar hier meinem Gehirn entfallen*
      ich finde die Idee mit dem selbst zusammengebastelten Skizzenbuch total toll. Gerade, wenn man auf verschiedene Papierarten zurückgreifen möchte. Zum Beispiel einfaches Zeichenpapier oder dicker Aquarellkarton. Ich habe nämlich im Moment das „Problem“, dass mein normales SKizzenbuch nicht gut für Aquarell funktioniert und mein Aquarellskizzenbuch mit zu schade erscheint, um darin nur mit Bleistift zu arbeiten.
      Eine individuelle Papierzusammenstellung würde dem entgegen wirken.
      Und außerdem habe ich jetzt Lust auch Papier vorzugrundieren und damit zu experimentieren.

      LG, Gesche

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