Weniger ist mehr? – Warum ich nur noch alle 2 Wochen bloggen werde

Ab Mai werde ich (fürs erste), statt wie bisher einmal wöchentlich, im Zweiwochenrhythmus bloggen. Wie und Warum es zu dieser Entscheidung kam, kannst Du hier nachlesen. Es war nicht dramatisch. Ich bin weder ausgelaugt, noch habe ich genug vom Bloggen. Ganz im Gegenteil.

Die Ist-Situation

Diesen Monat hatte ich eine kleine Zeitmanagement-Erleuchtung. Ich habe eine Liste gemacht mit all den Dingen, die ich innerhalb einer Woche in Bezug auf den Blog und den Shop und meiner Kunst machen möchte, bzw. machen muss (sowas wie Buchführung).

Dann habe ich aufgeschrieben, wie viele Zeiteinheiten ich für solche Tätigkeiten pro Woche bräuchte, bzw. wie viel Zeit ich gerne dafür hätte.

Also drei Stunden um Inhalte für den Blog zu generieren, noch eine extra Stunde für den Malenden Naturforscher, wie Videos aufnehmen. Idealerweise mehrere Stunden um an Ideen für den Shop zu malen, wie zum Beispiel Plakate mit häufigen Waldarten oder essbaren Wildpflanzen. Noch schöner wäre es jede Woche einen halben Tag (also am Wochenende) zu haben, um frei zum Malen und die großen (jetzt in Bezug aufs Papierformat) Ideen, die mir schon so lange im Kopf schwirren endlich umzusetzen….Und Zeit zum Wandern und Wundern möchte ich natürlich auch haben…

Aquarell in Arbeit - Gesche Santen

Aquarell in Arbeit

Du merkst es schon, als ich diesen Wunschplan mit den tatsächlich zur Verfügung stehenden Stunden abglich fiel schnell auf, dass es da eine Diskrepanz gab.

Ich fand diese Erkenntnis irgendwie beruhigend, hatte ich nämlich schon seit Wochen das Gefühl meinem Plan hinterherzuhinken und keine Zeit für Muße-Projekte und neue Ideen zu haben.

Irgendwo muss ich Abstriche machen, aber wo?

Dann hörte ich die Bloggerin Jen Carrington in ihrem Podcast (mit ihrem wundervoll nordenglischen Dialekt) sagen: „ You have to live it, to give it.“- Du musst es leben, um es geben zu können.

Was sie damit meinte ist, dass sie ihre Coachingkunden nur in Bezug auf Work-Live-Balance beraten kann, wenn sie selbst auch ein ausgeglichenes Leben führt und sich Raum und Zeit für Freizeit nimmt.

Live it, to give it.

Das räsonierte mit mir. Die letzten Wochen brachten, mit dem besseren Wetter, nämlich mehr Zeit, die ich draußen in der Natur verbrachte. Dies führte zu geplanten, aber nie geschriebenen Blogpost. (Posts, auf die ich mich freue. Posts, die ich gerne mit Dir teilen möchte.)

Ich befand mich in einer Zwickmühle: Entweder ich bin draußen, habe ganz viele Ideen, aber keine Zeit sie zu „verbloggen“. Oder ich bin drinnen und blogge, habe aber weniger Interessantes oder Aktuelles zu berichten.

Naturskizzenbuch Sauerklee (Oxalis acetosella) in Aquarell - Gesche Santen

Wenn mein Ziel mit dem Blog ist Lust zu machen Natur, Naturerlebnisse und Naturverbundenheit kreativ auszudrücken. Ich die Freude teilen möchte, die in meinem Leben Einzug gehalten hat, seitdem ich mir, neben botanischen Bestimmungsübungen, auch wieder Raum gebe für botanische Aquarelle, dann muss ich mir auch Zeit nehmen für freie Momente in der Natur und am Maltisch.

Ich habe zwar schon immer mehr gemalt als ich hier teile (, denn manche Bilder sind einfach noch so roh, zu persönlich, zu empfindlich für die Öffentlichkeit), doch in letzter Zeit ist der Anteil der Bilder und Skizzenbuchseiten, die ich für den Blog zur Veranschaulichung nutze stark gestiegen.

Indem ich meine Blogbeiträge auf alle zwei Wochen zurückschraube gebe ich mir mehr Raum und Zeit für Entdeckungsreisen in der Natur, Experimenten im Skizzenbuch und neuen Projekten.

 

Es ist eine Entscheidung die mir schwerfällt, denn ich habe so viele Ideen und Pläne für zukünftige Blogposts. Aber diese Entscheidung ist ja nicht in Stein gemeißelt.

Im Moment fühlt sich der Gedanke monatlich zwei bis drei schöne, lange (und hoffentlich hilfreiche) Beiträge zu veröffentlichen gut und richtig an.

Es ist plötzlich Raum da, Luft zum Atmen und Experimentieren. Spüre ich vielleicht sogar Erleichterung?

Wenn Du mehr Inhalte von mir möchtest (hey, danke), hast Du verschiedenste Möglichkeiten:

Der Malende Naturforscher

Jeden Monat schicke ich hier per Mail eine saisonal passende Skizzenbuchidee und Beispiele für die Umsetzung. Außerdem gibt es ab nächsten Monat ein gemeinsames Forum, in dem Du Dich mit anderen Malenden Naturforschern austauschen kannst.

Die Kräutergrüße

In den Kräutergrüßen teile ich (,in einem circa zweiwöchigem Rhythmus,) Einblicke in die Entstehung meiner Pflanzenportraits – vom Inspirationssammeln in der Natur bis hin zum fertigen Produkt im Shop.

Hier erzähle ich persönliche Geschichten und Eindrücke über das Leben als naturverbundene Künstlerin und kreative Ökologin.

Facebook und Instagram

Wenn Du sehen möchtest an was ich tagtäglich so arbeite, welche Blume mir aufgefallen ist und welches Aquarell gerade begonnen wurde, dann folge mir doch auf Facebook oder Instagram, ich freu mich von dir zu hören.

Ich hoffe, dass Du mir auch mit weniger Lesestoff treu bleibst, und die grünen Monate vor uns in vollen, kreativen Zügen genießt.

 

10 Kommentare

  1. Liebe Gesche,
    ich habe mit Interesse und Freude Deinen Beitrag gelesen. Deine Entscheidung kann ich sehr gut nachvollziehen. Du gibst damit sicher auch ein gutes Beispiel für Deine Leser. Ich lese Deinen Blog bzw. Deine Newsletter supergerne, ja ich freue mich immer darauf. In der letzten Zeit fiel mir auf, dass ich in eine Art Hype geriet, der mir nicht gut tat und somit ist Deine Entscheidung für mich sogar eine Wohltat, weil ich mich so ganz und gar auf Deine Inspirationen einlassen kann und mir selbst genug Raum geben kann. Natürlich ist das ja immer die eigene Entscheidung. Ich fand es allerdings sehr interessant, dass zeitgleich Dein neues Zeitmanagement kam.
    Übrigens fand ich Deine Wortwahl „Wandern und Wundern“ wunderschön. Es bringt doch das auf den Punkt, worum es geht, mit einem macht und wozu es inspiriert.
    Ich wünsche Dir ganz viel Raum für die Dinge die Du liebst.
    Ganz herzlich
    Monika

    • Gesche

      Hallo Monika,
      vielen Dank für die lieben Worte. Ja, das mit dem neuen Zeitmanagement war ein echter Glückstreffer, da konnte ich schwarz auf weiß sehen, dass das Gefühl keine Zeit zu haben auf Tatsachen beruhte und es mir nicht nur einbilde. Und, wenn ich eines gelernt habe, dann dass mehr „pushen“ damit man schneller fertig wird nicht hilft bei Stress, ganz im Gegenteil.
      Herzliche Grüße,
      Gesche

  2. Doris Darraz

    Liebe Gesche, vielen Dank für deine Nachricht. Du bist ein so leidenschaftlich engagierter Mensch, ich denke, das wird sich auch nicht ändern, wenn du dir mehr Zeit für andere, ganz persönliche Projekte nimmst. Ich wünsche dir dabei ganz viel Freude, Spaß und Inspiration. Natürlich bleib ich dabei.

    Liebe Grüße, Doris

    • Gesche

      Liebe Doris,
      herzlichen Dank, nicht nur für dieses Kommentar, sondern auch die Unterstützung in Socialmedia und per Mail :)
      Liebe Grüße,
      Gesche

  3. Liebe Gesche.
    Menschen die viele Interessen haben, dazu sich noch dazu ein Tagebuch wie „einen Blog leisten“ haben dann und wann ein Zeitproblem. Vielleicht ein Tipp von mir. Ich habe dann einmal die Zeit zum bloggen. Da mache ich gleich mehrere Blogeinträge und programmiere sie in die Zukunft. Bin ich fort, oder habe keine Zeit, schaltet der Blog im gewünschtem Abstand bis ich wieder da bin… schön bei dir zu lesen. Grüße aus dem Gebirge.

  4. Liebe Gesche,

    das ist doch eine sehr gute Idee wie ich finde.
    Erstens will gut Ding Weile haben (und das ist eben nicht nur Zeit sondern auch Ruhe und Muße) und zweitens liegst du damit doch volle Kanne im Trend! Slow blogging quasi.
    Da ich deine Inspiration und die Einblicke in deine Arbeit sehr schätze finde ich es sehr gut, dass du sie so gestaltest, dass du nachhaltig mit deinen persönlichen Ressourcen umgehst.

    Liebe Grüße – Jenny

    • Gesche

      Liebe Jenny,
      Slow blogging- das gefällt mir :)
      Danke.
      Liebe Grüße,
      Gesche

  5. Hallo Gesche,

    ich gratuliere dir zu deinem Entschluss. Jeder soll seinen eigenen Rhythmus finden. Und wenns dann doch nicht das Richtige war, kannst du ja irgendwann wieder schneller und mehr machen. Die Freiheit hast du. Keiner kann das verhindern ;-)

    Mein Kommentar ist Teil einer Challenge #ConterestCommentsChallenge

    • Gesche

      Hall Sven,
      ja genau, nichts ist für die Ewigkeit, kann ja alles immer wieder ändern :)
      Interessante Challenge haste da übrigens, werde ich mir, in einer ruhigen Minute, mal näher anschauen.
      LG, Gesche

  6. „Slow blogging“ gefällt mir auch gut. Ich lese Deinen Post erst heute, Gesche, und kann Deine Entscheidung absolut nachvollziehen. Ich finde es so hilfreich, bei anderen Bloggern zu sehen, wie die das mit den Intervallen halten und auch einfach zu merken, hey, es ist kein Zwang dahinter – Bloggen soll doch schließlich Spaß machen. Die Ideenliste kann man trotzdem in der Hinterhand behalten, hat dann gleich einen Fundus zum Schöpfen und kann dann reingreifen, wenn es passt und man die Muße dafür hat. Ich finds gut und lese immer wieder gerne bei Dir. :-)
    Schönen Pfingstmontag,
    Doris

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