Diesen Monat habe ich mich erfolgreich zum Malen gezwungen.
Ein echter Triumph.
Das Malen aufzuschieben, weil etwas Wichtigeres und Dringenderes zu tun sei, ist einer meiner ältesten und häufigsten Fehler.
Im Studium hat es angefangen: irgendwo zwischen Erstsemester und Masterarbeit wurde „keine Zeit“ plötzlich zum Dauerzustand. Während ich früher noch in Vorlesungen kleine Comic-Monster kritzelte und zu Geburtstagen liebevoll gemalte Stillleben verschenkte, verstaubte am Ende der Aquarellkasten in der Schublade.
So weit kommt es jetzt nicht mehr.
Weil ich gemerkt habe: Ich kann nur aus einem vollen Skizzenbuch heraus (und aus erfüllter Kreativität heraus) Malfreude weitergeben. Freude am Gucken – mit Blick fürs botanische und pflanzensoziologische Detail. Freude am Malen. Freude am fertigen Bild.
Ich habe mir fett in den Rauchnächten aufgeschrieben, dass “erst beobachten und malen, DANN teilen” mein Job ist. Ich weiß, dass die Stille im Kopf beim Malen, mit magisch mehr Ruhe und Zeit schenkt.( Nach dem Motto: “Wenn du am wenigsten Zeit hast zu meditieren, dann hast du es am nötigsten!”)
Und obwohl ich das weiß, muss ich mich manchmal echt zwingen. Mit eiserner sanfter aber bestimmter Hand erlauben, Zeit und Kraft fürs Malen übrig zu lassen, obwohl genug andere Dinge rufen:
Ein Badezimmer, das ich eigentlich in Q1 fertig renovieren wollte, damit im April Zeit für den Garten ist. Ein Garten, in dem das Gemüsebeet noch keinen Samen gesehen hat… noch nicht mal Radieschen! Und die Arbeit hört natürlich auch nicht auf: Diesen April durfte ich persönliche Startpläne für die neuen Aquarell‑Studio‑Botanikum‑Mitglieder erstellen. Das macht Freude, braucht aber auch Sorgfalt und Zeit. Und der Admin‑Kram, den ich im März fertig kriegen wollte, lungert auch noch hier herum.
Aber trotzdem habe ich mich zum Malen gezwungen.
Und das hat sich sofort ausgezahlt: Ich denke seit zwei Jahren über „die kleinen weißen Frühlingsblumen“ nach. Jetzt habe ich sie endlich gemalt – Viermänniges Schaumkraut, Bauernsenf und Frühlings‑Hungerblume sind die allerersten. Inzwischen blühen aber schon eine Menge andere „kleine Weiße“: Hirtentäschelkraut, Gänsekresse und ganz viele kleine Nelkengewächse à la Vogelmiere und Hornkräuter.
Da kommt man im Frühling wirklich nicht hinterher. Ist der Frühling erstmal angerollt, kommen die Pflänzchen (und die Ideen) schneller, als ich malen kann. Die Ideen wandern also erstmal ins Notizbuch.
Schließlich habe ich auch nächstes Frühjahr wieder einen Garten zu vernachlässigen! 😉
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Es geht nicht darum schon perfekt malen zu können.
Es geht darum zu starten. Für einen Moment abzuschalten, inne zuhalten und dich an deinem Motiv und den Farben zu erfreuen.
Du brauchst kein Talent, nur den Mut es zu probieren. – Alles andere zeige ich dir.
