Kräuterbuschen

Anfang Juli bin ich, wie das so häufig im Internet ist, zufällig über was Interessantes gestolpert.
In sieben Schritten zum Kräuterbuschen, eine Aktion auf dem Blog von Mirjam.

Kräuterbuschen?

Kräuterbuschen malen

Kannte ich gar nicht. Wort klingt auch so Süddeutsch, ist also völlig außerhalb meines Dunstkreises.
Kräuterbuschen ist ein Strauß aus verschiedenen Heilkräutern, der traditionell zu Maria Himmelfahrt im August gebunden wird, um ihn dann in der Kirche segnen zu lassen.

Eine uralte Tradition, die noch aus vorchristlichen Zeiten stammt, und dann von der katholischen Kirche strategisch vereinnahmt wurde.

Mir gefiel die Idee. Also nicht das segnen lassen, darauf verzichte ich persönlich. Aber die Vorstellung der letzten Hälfte des Sommer einen Kräutervorrat zu sammeln, der einen auf allen Eventualitäten des bevorstehenden Winters vorbereitet.
Aber der Umzug stand in nur wenigen Tagen bevor, wirklich kein guter Zeitpunkt für ein neues Projekt.

Da hatte ich eine Idee

Eine dieser Ideen, die sich einfach nicht abschütteln lässt…gefährlich!

Wer sagt denn, dass ich die Kräuter sammeln muss?

Schließlich bin ich Ich und es tut mir immer Leid die wenigen interessanten Pflanzen, die in diesem Stickstoffverseuchten Gülleloch namens NRW wachsen, zu pflücken.

Ich könnte die Pflanzen doch auch malen, oder?

Mir also eine Art metaphorischen Kräuterbuschen auf Papier zulegen. Eine Sammlung an Kräutern und Blumen auf Papier, die mich über den Winter bringen

Die Vorstellung räsoniert total mit mir.

Ich bin ganz hibbelig, wenn ich nur daran denke. (Und zwar das gute freudig erregte hibbelig, nicht Panik-hibbelig!)

Vielleicht bewege ich mich damit grenzwertig Richtung Esoterik und „Wuwuuuu“, aber so lange ich Spaß dabei habe: Was soll‘s!

Bisher erhalte ich seit 2 Wochen Mails von Miri, die mir eine weitere Pflanze des Kräuterbuschen vorstellen und Tipps, wo man diese Sammeln kann. Das ist super interessant, denn ich weiß meistens nur Details über Standortvorlieben, Schutzniveau oder Seltenheit einer Pflanzenart. Es macht Spaß über heidnische Bedeutungen und Heilwirkungen zu lernen.

Die Kräuterjagt beginnt.

Ich möchte die Pflanzen auf jeden Fall draußen „in der freien Natur“ finden und fotografieren, bevor ich sie dann male.
Gleich die erste Pflanze, die Königskerze, traditionelles Zentrum eines Kräuterbuschen, habe ich auf einem Schotterparkplatz in Gütersloh entdeckt.
Bin als an der nächsten roten Ampel mit den Worten aus dem Auto gesprungen:
„ Liebling, muss eben mal die Königskerze vor dem Theater fotografieren…Komme dann gleich zu Fuß nach Hause.“
Meinem Mann bringt sowas schon lange nicht mehr aus der Fassung :)

Königskerze

Leider waren meine Bestimmungsbücher alle schon am Boden diverser Umzugskartons, deshalb weiß ich gar nicht genau was für eine Königskerzen Art das hier ist.
Hübsch ist sie allemal.

Vorfreude

Wenn sich nach dem Umzug alles etwas beruhigt hat und das Leben wieder halbwegs in geregelten Bahnen verläuft, werde ich so richtig mit der Such- und Sammelarbeit loslegen.
Noch bin ich mir nicht sicher, ob ich jede Pflanze einfach einzeln malen werde, oder ob am Ende auch ein Bild von einem ganzen Kräuterstrauß herauskommt.

Wir werden es sehen, wenn ich meinen Fortschritt hier auf dem Blog teile.

Wünsche Dir erstmal eine wunderschöne Sommerwoche mit blauem Himmel und grünen Wiesen, während Monsieur Santen und ich weiter fleißig Kisten entpacken.

Gesche

 

 

Dieser Beitrag hat 4 Kommentare

  1. Yeah, das ist ja cool, dass du dich wirklich davon inspirieren lässt =)

    1. Ja, ich freu mich total und bin schon am skizzieren und üben :)

  2. Toll, sowas habe ich vorher auch noch nie gehört.

    1. jaja manchmal (aber nur manchmal) hat die katholische Kirche ganz dolle Sachen zu bieten :)

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