Vier Wege, um ein Hornveilchen in Aquarell zu malen. Mit Schritt-für-Schrittfotos und Video.

Mich hat in der letzten Woche die Lust auf Frühling gepackt. Genug Zweige, Immergrün und trockene Pflanzen.

Her mit Hornveilchen, Hyazinthen und Heuschnupfen!

Also habe ich mich in der Gärtnerei mit Hornveilchen eingedeckt – so viele Farbkombinationen und Farbverläufe!

So viele Farben bedeuten aber auch sooo viele Möglichkeiten die Blüten zu malen.

Hier ist die gute Nachricht: Es gibt keinen richtigen Weg Hornveilchen zu malen.

Hier die schlechte Nachricht: Es gibt keinen richtigen Weg Hornveilchen zu malen.

In diesem Beitrag zeige ich Dir verschiedene Möglichkeiten an so eine Blüte in Aquarell heranzugehen. Ich will Dir Mut machen es einfach mal selber auzuprobieren.

Niemand kann Dir sagen, wie Du richtig eine Blume malen sollst. (Auch ich nicht!)

Es existiert auch keine unsichtbare Hierarchie der Techniken. Naturalistisch ist nicht besser als expressiv. Expressiv ist nicht wertvoller als ordentlich.

Ich liebe Tutorials und Schritt-für-Schritt -Prozesse von anderen Künstlern. Auch ich teile hier gleich wieder meinen Malprozess. Aber, (und das ist ein großes ABER,) es gibt keinen richtigen Weg oder falsche Technik.

Es gibt unendlich viele Stile und Möglichkeiten.

Malprozesse anderer sind eine Gelegenheit zu lernen und gerade Anfänger*innen die Sorge vor dem ersten Schritt zu nehmen. Sie laden ein, es einfach mal auszuprobieren, die Farben rauszuholen und sich selber Malen zuzutrauen.

Und darin liegt meiner Meinung nach der eigentliche Wert von Tutorials. Vordergründig erklären sie Dir das „Wie“ des Malens, die Technik. Aber ihr eigentlicher Dienst ist, dass sie Dir das Gefühl geben, dass es („Blumenmalen“) tatsächlich möglich ist. Auch, wenn Du noch nicht weißt wie. Auch, wenn Du nicht weißt, wie Du anfangen sollst, oder wie Du ein Motiv zu Ende bringst. Ein Malprozess nimmt Dich an die Hand, gibt Dir Sicherheit.

Maltutorials sind wie Stützräder. Sie helfen Dir mit dem Start, aber das Ziel ist ohne sie in die Zukunft zu rauschen.

(Ja, da wurde ich wieder pathetisch. Andere schreiben sich in Rage, ich schreibe mich in Metapher.)

Da Bilder mehr erklären als tausend Worte, zeige ich gleich den Entstehungsprozess von vier verschiedenen Hornveilchenblüten.

Den gesamten Prozess habe ich auch in diesem PDF mit hochaufgelösten Fotos für Dich zusammengefasst.


Mehr Schritt für Schritt Beispiele gibt es im Malende Naturforscher*innen Archiv.

Zugang hierzu haben alle Abonnentinnen der Malende Naturforscher*inne Post. Du kannst Dich unter dem Beitrag anmelden.

Hornveilchen Nummer 1: Hellblauer Rand

Hier habe ich mit den Schatten begonnen. Eine Graumischung aus Kobaltblau und Orange definiert die Form, die Schatten und die Falten in den Blütenblättern. Erst nachdem diese Schicht getrocknet ist, feuchte ich die Kanten wieder an und lasse hellblaue Farbe hineinlaufen.

Nach erneutem Trocknen dann Details in Hellblau. Eine Schicht Hellgelb/Beige über die Blütenblätter und die Schatten im Zentrum der Blüte um den Stempel herum.

Hornveilchen Nummer 2: Dunkelroter Traum

Dies ist übrigens meine Lieblingsfarbe bei Hornveilchen – und auch die größte Herausforderung, was die Farben angeht.

Ich starte schon mit einer satten ersten Schicht und lasse die Farben großzügig ineinanderlaufen. Die zweite und dritte Schicht ist ähnlich, lässt aber auf der Lichtseite gezielt helle Stellen stehen.

Erst jetzt male ich die ganz feinen, dunklen Adern auf den Blütenblättern und die Details im Blütenzentrum.

Weil ich in der Mitte die „Haare“ am Racheneingang frei gehalten habe, nehme ich mir ein bisschen weiße Tinte zur Hilfe.

Hier der Prozess noch einmal als Video

Hornveilchen Nummer 3: Pastelliger Traum

Fluffig ist das Wort der Stunde. Ich habe die gesamte Blüte befeuchtet und zarte Farbe hineinlaufen lassen. Erst nachdem diese Schicht getrocknet ist, folgen Details. Ich verstärke das Gelb im Zentrum und das hellviolett, wobei ich die Blattaderung und Falten nachempfinde.
Mit einer transparenten Graumischung setze ich darauf jetzt Schatten. Die Schlagschatten der Blütenblätter aufeinander und die Schatten der Falten.

Lokal verstärke ich noch das Hellviolett und setze den Schatten im Zentrum. Dann folgen noch ein paar Details, die Markierungen auf den Blütenblättern und fertig.

Hornveilchen Nummer 4: Blutorange

Hier starte ich mit einer ersten Schicht in Gelb und Orange (ruhig ordentlich nass-in-nass).
Dann erst folgt das Dunkelrot in einer weiteren Lasur, wobei ich die gelben Ränder und helle Stellen ausspare.

PDF-Hornveilchen-3-18-Pinterest-2

Die gelben Blütenblätter bekommen außerdem eine “Schattenlasur” in Grau. Erst dann folgen weitere Lasuren mit kräftigeren Gelb.

Hier ist der gesamte Prozess als Video

Denk dran, dies sind nicht die einzigen Möglichkeiten (und wahrscheinlich noch nicht mal die besten) Hornveilchen zu malen

Ich hoffe aber, dass diese Beispiele auch Dir Lust und Mut machen die Vielfalt von Hornveilchenblüten im Skizzenbuch einzusammeln.

Mehr Schritt für Schritt Beispiele gibt es im Malende Naturforscher*innen Archiv. 

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PDF-Hornveilchen-3-18-Pinterest-2

Vielleicht legst Du Dir ja gleich eine ganze Sammelseite an.

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Dieser Beitrag hat einen Kommentar.

  1. Wahnsinn! Ich bin echt sprachlos über so viel Talent und Leidenschaft und vor allem auch über deinen Fleiß! Ganz große Klasse!

    Vielen Dank für deine Mühen und ganz lebe Grüße, Doro.

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