Einblick in mein Gemaltes Herbarium – Skizzenbuch Tour 2022

Ich möchte dich heute mitnehmen auf eine kleine Tour durch mein Gemaltes Herbarium aus dem letzten Jahr 2022.

Du kannst dir entweder das Video anschauen, oder dir in Ruhe die Fotos auf dieser Seite anschauen.

Das Skizzenbuch ist mein erstes selbst gebundene Skizzenbuch. 

Das Papier ist Hahnemühle Britannia, kaltgepresst matt. Die Größe ist 30 x 40 cm.

Wir starten das Jahr mit dem was da war im Januar nämlich Moose.

Wir haben zwei häufige Moose durchgenommen, das Wald-Frauenhaar-Moos und das Gemeine Grünstängelmoss. Im Anschluss noch eines der häufigsten Lebermoose, das Brunnen-Lebermoos.

Und, wie sollte es anders sein auch noch eine Flechte, die Rentierflechte, in wunderschönem Türkis.

Es folgt das Einjährige Silberblatt, das hat sich über zwei Monate hingezogen hat.

Im Februar habe ich die Akademiker*innen rausgeschickt um zu schauen, ob sie im Garten oder irgendwo im Feldgehölz die Grundrosette finden.

Denn das Einjährige Silberblatt ist völlig falsch benannt und ist in zweijährig. Erst wachsen die Grundblätter, die dann überwintern und, die wir dann auch noch im Februar gefunden haben.

Erst im zweiten Jahr bilden sich dann die Blüten und danach die Samen aus, die nach der reife so silbrig glänzen. Die Blüte und unreifen Schötchen haben wir in der Akademie dann im Mai gemalt.

Wald-Goldstern als erste Blüte des Jahres.

Im März kam ein einheimisches Liliengewächs, dass tatsächlich wild hier in den feuchten Wiesen steht: Der Wald-Goldstern mit seinen leuchtend gelben Blüten. Typisch Frühblüher ein Geophyt, in diesem Fall mit einer Zwiebel.

Auch ein Klassiker unter den Frühblühern ist der nächste Monat: Das Buschwindröschen.

Weniger in Gärten gefeiert, aber ein echter Lichtpunkt, oder eher Pink-Punkt, im Frühjahr ist die Purpurrote Taubnessel. Eine dieser Allerweltspflanzen, die es wirklich verdient haben, sie liebevoll und im Detail zu malen.

Im Mai war die Wilde Erdbeere oder Walderdbeere an der Reihe. 

Eines der Motive, warum es mir so wichtig ist, das ganze Buch mit dir zu teilen, nicht nur die Highlights. Denn, du siehst, die Wald-Erdbeere ist halbfertig. Während ich im März und April noch viel Zeit und eine gesunde Hand hatte, war im Mai meine erste Knochenhautreizung im vollen Gange.

So spielt das Leben – es kommt immer etwas dazwischen!

Statt zu verzweifeln, habe ich eben nur soviel gemalt wie möglich war. Und soviel wie nötig, um den Akademiker*innen zu zeigen, wie sie dieses Motiv auf Papier bannen können.

Natürlich kann ich dieses Skizzenbuch inszenieren, hübsch fotografieren, so dass es schön aussieht und der Ästhetik entspricht, die Instagram von botanischen Aquarellen erwartet. Aber so sieht eben nicht jeder Monat aus.

 

Diese halbfertige Seite schmälet meine Freude an dem Motiv nicht. Ich bin ehrlich gesagt noch ganz verzaubert, wie diese kleine Erdbeere geworden ist.

Weißt du, was das Beste ist an so einem Gemalten Herbarium?

Das die Zeit weiter verstreicht. Die Natur voran schreitet. Ein neuer Monat, eine neue Seite, eine neue Pflanze, eine neue Chance.

Einfach umblättern ist angesagt!

In diesem Fall der Giersch, ein wunderschöner Doldenblütler. Auch hier habe ich strategische Entscheidungen getroffen, und jeweils ein Blatt, eine Blüte und einen Samenstand koloriert.

Mach und mal jeden Monat soviel, wie du eben kannst.

Das ist auch das, was ich dir gerne mitgeben möchte. Wenn du keine Zeit, keine Kapazität hat für ein ganzes botanisches Aquarell, in das du vielleicht acht Stunden steckst, dann kannst du auch Lösungen finden, die zu dir und deinem leben passen.

Im Juli folgte die Echte Zaunwinde.

Jeder kann selbst entscheiden, was sie auf die Seite notieren wollen. In meinem Fall ist es der Name, der lateinische Name, die Familie, sowie Fundort und Funddatum.

Bei der Zaunwinde habe ich allerdings auch die Unterschiede und Bestimmungsmerkmale von der Echten Zaunwinde und der Ackerwinde notiert. – In der Hoffnung, dass ich das später irgendwann nicht mehr nachschlagen muss ;)

Der Sommer neigt sich langsam dem Ende zu und im August und September stehen zwei Spätsommerblume auf dem Programm: Die Wegwarte und die Breitblättrige Lichtnelke.

Dann, einer meiner Lieblinge aus dem letzten Jahr, das Kleinblütige Franzosenkraut.

Ein Neophyt, die sich aber bereits seit hunderten Jahren eingebürgert hat.

Im November starteten wir mir dem Efeu,

der genau dann , im Spät-Herbst und Früh-Winter anfängt zu blühen. Im Laufe des Winters wurden dann nicht nur die Blätter ergänzt, sondern auch die Beeren, die erst im Januar heranreifen.

Soweit das Jahr 2022 im Gemalten Herbarium.

Auf jeden Fall ist in dem Skizzenbuch noch viel Platz für all die Frühlingsblüher, die im Februar, März und April 2023 auf uns zu kommen. 

(Eine Seite ist bereits mit einem frischen Winterling gefüllt.)

Wenn du auch lernen möchtest, wie du Monat für Monat, Seite um Seite, Pflanze um Pflanze dein Gemaltes Herbarium füllen willst, ohne dabei von Perfektionismus und der Aquarelltechnik überfordert zu sein, dann ist die Wildblumen in Aquarell Akademie genau richtig für dich.

Dort bekommst du alles an die Hand, um Schritt für Schritt Wildkräuter in Aquarell zu malen und dich dabei auf die Freude am Entdecken und am Malen zu konzentrieren, denn die Aquarelltechnik und die Botanik erkläre ich dir ganz einfach dazu.

Alle Bilder, die du hier gesehen hast, gibt es in der Akademie natürlich als detaillierte Schritt für Schritt Tutorials, mit Motivfotos und Zeichenvorlagen als PDF für dich.

Bis dahin, wie immer, frohes Malen!

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