Lesetipps für den Winter – Bücher, für Künstler, Kreative und die, die es sein wollen

Bücher, helfen gegen alles und können niemals schaden.

Das hier sind nicht irgendwelche Lesetipps, sondern Bücher, die sich mit Kreativität und den Höhen und Tiefen des Künstlerdaseins beschäftigen.

Es sind Bücher, die mich auf meinem eigenen Weg begleiteten und begleiten. Bücher, die mir geholfen haben meiner Kreativität nicht nur mehr Zeit sondern auch einen höheren Stellenwert in meinem Leben einzuräumen.

Diese Bücher haben der inneren Stimme in mir, die „das mit der Kunst“ immer noch mal ausprobieren wollte, ein Sprachrohr gegeben. Sie haben mich zum Anfangen motiviert und zum Weitermachen, auch wenn ich dachte, dass das doch alles unpraktisch und unvernünftig sei.

Diese Bücher haben mir Mut gemacht- im wörtlichen Sinne. Ich habe mich getraut. Getraut zu Bloggen, getraut meine Bilder zu zeigen, getraut den Malenden Naturforscher ins Leben zu rufen und im neuen Jahr meinen Shop umzustrukturieren (Du darfst gespannt sein).

Ich teile sie hier in der Hoffnung, dass sie vielleicht auch Dir weiterhelfen, Dich aus deinem künstlerischem Loch stupsen und Dir unterstützend unter die Arme greifen auf dem Weg zu einem kreativen Leben.

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Der Weg des Künstlers – Julia Cameron

Das erste „Kreativität-Selbsthilfebuch“, das ich jemals in der Hand hatte. Obwohl Julia Cameron nicht immer den richtigen Ton für mich trifft (sie spricht gerne von Gott), hat dieses Buch trotzdem viel in mir bewegt.

Ich habe es gekauft als ich noch mitten in der Arbeit für meinen Master in Renaturierungsökologie steckte und am Anfang meiner …nunja, nennen wir sie Panikattacken-Jahre stand.

Das Buch beinhaltet ein 12-Wochen Programm indem sich der Leser nach und nach mit all seinen Hindernissen und Blockaden, Selbstzweifeln und Ängsten rund um Kreativität und das eigene Selbstbild als Künstler beschäftigt. Zwei ihrer Lieblingsmethoden sind die so genannten Morgenseiten, freies Schreiben direkt nach dem Aufwachen, und der Künstlertreff, ein wöchentliches Date, dass man mit sich selbst bzw. seinem inneren Künstler hat.

Habe ich das 12-Wochen Programm konsequent durchgearbeitet? Nein.

Habe ich mich mit den dort gestellten Fragen und Aufgaben auseinander gesetzt und eine Menge über mich gelernt? Ja!

Dieses Buch gab mir zum ersten Mal die Erlaubnis in meiner kreativen Vergangenheit zu wühlen. Darüber nachzudenken welche belanglosen Bemerkungen von Lehrern tiefe Spuren der Unsicherheit in meinem Künstlerherz hinterlassen haben. Darüber, dass ich mit 18 Kunst oder Illustration studieren wollte, und mich einfach nicht getraut habe. Darüber, dass bei aller Liebe zur Natur, das doch nicht alles sein kann.

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Das habe ich aus diesem Buch mitgenommen:

Das Buch hat für mich den Weg geebnet, meiner Kreativität, der schöpferischen Energie, bewusst Raum in meinem Leben einzugestehen. Auch wenn ich mich nicht an ihre wöchentlichen Künstlertreffs halte, haben sie mich doch dazu angeregt mir regelmäßig zu überlegen:

Was macht mir Freude? Was kann ich machen, wo kann ich hingehen, nur einfach, weil es mir gefällt?

Das ist mein Lieblingszitat:

„Wir lernen, wohin wir gehen müssen, indem wir gehen.“ (im Original ist das Zitat vom Dichter Theodore Roethke)

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Mehr Julia Cameron

Wenn Du noch nicht sicher bist, ob das Buch für Dich ist, dann höre doch mal in dieses Interview der Autorin hinein: https://www.youtube.com/watch?v=Bv6HI16rUVA

 

The War of Art – Steven Pressfield

Dieses Buch habe ich mir gekauft, weil ich so eine positive Erfahrung mich „Der Weg des Künstlers“ hatte und die Erfahrung wiederholen wollte.

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Das hat nicht ganz so geklappt, wie ich es erwartet habe:

Dieses Buch ist ein Tritt in den Allerwertesten!

Die Kapitel sind kurz, sehr kurz, teilweise nur 3 Sätze lang, in denen der Autor sein Wissen und seine Erfahrung über Widerstand („Resistance“), Angst und Prokastination teilt.

„Resistance“ ist das was zwischen unserem jetzigen Leben und dem in uns liegenden ungelebten Leben steht.

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Mich hat „The War of Art“ beim Lesen unglaublich verärgert!

Ich wollte es einfach nicht hören. Wütend habe ich Seite um Seite gelesen und gedacht: „ja aber,…Widerstand (Resistance) hin oder her, ich habe gute Gründe keine Kunst zu machen.“

Dann kam das Kapitel zu „Resistance and Rationalization“ – Widerstand und Rationalisierung und stellte mir folgende Frage:

„Ist mein Entschluss, dass es mir erst besser gehen müsse, bevor ich „das mit der Kunst“ versuche; die Vorstellung, dass ich erst meine Panikattacken unter Kontrolle kriegen müsse und einen „richtigen“ Job finden solle, bevor es okay ist zu Bloggen, vielleicht auch nichts mehr als Widerstand? Widerstand gegen etwas was mein Innerstes will und ich große Angst vor habe?

Widerstand und Angst verkleidet in Vernunft, Rationalisierung und gut gemeinter Rücksichtnahme mir selbst gegenüber, aber immer doch Widerstand.

Meine Lieblingszitate

„The more important a call or action is to our soul’s evolution, the more Resistance we will fell toward pursuing it.“

“Resistance is fueled by fear.”

“Rationalization is Resistance’s right-hand man. Its job is to keep us from feeling the shame we would feel if we truly faced what cowards we are for not doing our work.”

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Wenn Du noch nicht sicher bist, ob das Buch für Dich ist, dann höre doch mal in dieses Interview des Autors hinein:

 

Art Inc. – Lisa Congdon

Die Tagline dieses Buches sagt: The Essential Guide für Building your Career as an Artist.

Es geht Kapitel für Kapitel die verschiedenen Aufgaben und Herrausforderungen einer Kariere als Künstler durch. Von Hinweisen, wie man eine Künstler-Biografie schreibt, über Tipps zum Druck von Reproduktionen, zu Ausstellungsmöglichkeiten.

Ich kaufte dieses Buch aber gar nicht als praktischen, handfesten Ratgeber.

Stattdessen habe ich dieses Buch genutzt um mein Gehirn mit der Möglichkeit zu füllen, dass man rein theoretisch irgendwie mit seiner eigenen Kreativität Geld machen könne.

Und, dass es Möglichkeiten gibt, herauszufinden wie Dinge funktionieren.

Dieses Buch war ein mentaler Rettungsring an dem ich mich festklammerte, als ich zum ersten Mal ernsthaft mit dem Gedanken spielte Kunst tatsächlich einen ernsthaften Platz in meinem Leben einzuräumen, und ich dem entsprechend Angst bekam.

Lisa Congdon selbst ist im Internet sehr prävalent. Sie hat einen eigenen Blog, Kurse auf creativelive und Skillshare und vieles mehr.

Podcast mit Lisa Congdon als Gast

Es gibt einen Haufen Interviews mit ihr, hier ist sie beim Jealous Curator.

 

Big Magic – Elizabeth Gilbert

Dieses Buch ist gerade rausgekommen und ich bin erst mitten im Hörbuch.

Ich liebe es.

Die englische Version ist von der Autorin selbst gelesen und es ist ein wohltuendes Aneinanderreihen an Anekdoten und Erkenntnissen im Bezug zur schwer fassbaren Kreativität. Ich habe das Bedürfnis mir das Taschenbuch zu kaufen, nur damit ich Sätze unterstreichen und kleine Post-its als Lesezeichen einkleben kann.

Creative Living beyond fear.

„Creative Living beyond fear“ ist der Untertitel der englischen Ausgabe, und vielleicht bewegt mich dieses Buch besonders, weil es sich mit Angst auseinandersetzt.

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Ich habe dieses Buch wie gesagt noch nicht vollständig durch, weshalb ich noch keine abschließenden Worte dazu finden kann. Aber interessant ist es auf jeden Fall für alle, denn Big Magic wendet sich nicht nur an haupt- und nebenberuflich Kreative. Die Autorin bezieht bewusst alle Menschen mit ein und betont, dass Kreativität in uns allen liegt.

An dem Ton der Autorin liebe ich, dass es sich zwar schon mit tendenziell esoterischen Ideen auseinandersetzt, dabei aber ganz anwendungsbezogen bleibt.

Was ich aus diesem Buch bisher mitgenommen habe ist etwas sehr Pragmatisches:

Ich habe mich dafür entschieden Künstlerin zu sein. Ich habe den Impuls zu malen und zu schreiben und dieser Impuls wird auch nicht weg gehen. Ich gebe dem nach und räume ihm Zeit ein, dann muss ich auch das „Shit-Sandwich“ essen, das mit diesem Entschluss kommt. Ich will ein kreatives Leben führen, aber mir ist Gott/das Universum/die Welt nichts schuldig. Keiner kann Erfolg garantieren. Das ist nun mal so. Aber die Tatsache, dass ich es tute ist schon genug.

“Inspiration owes you nothing than the pleasure of your company.“ (Elizabeth Gilbert)

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Aber es bestätigte mich auch in meiner Erfahrung, dass diesem Moment des Wunder und Wunderns etwas Magisches inne liegt, dass dies der Moment ist, wo Ideen herkommen, und, dass ich ein Leben führen möchte, das mehr von Neugierde geleitet ist als von Angst.

 

Lieblingszitate (bisher)

“Do whatever brings you to life, then. Follow your own fascinations, obsessions, and compulsions. Trust them. Create whatever causes a revolution in your heart.”
― Elizabeth Gilbert, Big Magic: Creative Living Beyond Fear

“Basically, your fear is like a mall cop who thinks he’s a Navy SEAL: He hasn’t slept in days, he’s all hopped up on Red Bull, and he’s liable to shoot at his own shadow in an absurd effort to keep everyone “safe.”
― Elizabeth Gilbert, Big Magic: Creative Living Beyond Fear

Wenn Du einen Eindruck davon möchtest, wie schön es ist der Autorin zuzuhören, dann empfehle ich dieses Interview im Podcast The Lively Show oder das Video-Interview mit Mariah Forleo.

Interviews

Um einen Eindruck zu gewinnen wieviel Freude es macht der Autorin zuzuhören empfehle ich diese beiden Interviews.

Audio: Lively Show

Video: Mariah Forleo

 

Liest Du auch „Kreativitäts-Selbsthilfebücher“ oder erscheinen Dir die wenig hilfreich?

Hast Du eine Buchempfehlung für mich?

Ich freue mich auf Dein Kommentar!

 

Dieser Beitrag hat 6 Kommentare

  1. Ich habe gleich mal ein paar der Bücher auf meine Weihnachtswunschliste gesetzt. Die Rezensionen sind toll geschrieben. ich finde es sehr gut, wie du darauf eingehst, was du aus den Büchern mitgenommen hast. Auch die Zitate sind sehr hilfreich. Man bekommt wirklich Lust die Bücher zu lesen.

    1. Hallo Rebecca,
      ich hoffe, die Bücher gefallen dir genauso gut wie mir. Freut mich zu hören, dass meine eigene Erfahrung mit diesen Bücher tatsächlich hilft.
      Liebe Grüße und frohes Lesen,
      Gesche

  2. Liebe Gesche, vielen Dank für diesen tollen Artikel! Das Thema und die schönen Zitate lösen in mir gleich etwas aus weil ich mich auch schon oft mit solchen Fragen beschäftigt habe. Bücher habe ich dazu leider noch gar nicht gelesen. Im Moment ist das einzige was mir dazu einfällt der TEDT Talk von der Autorin von Eat.Pray.Love. in dem sie über Kreativität spricht. Kennst du den zufällig? Du hast mir auf jeden Fall richtig Lust auf die Bücher gemacht! Und ich bin sogar gleich noch motivierter in die nächste (kreative) Arbeitswoche zu starten. :-)

    1. Hallo Franzi,
      freut mich, dass du in diesem Beitrag was interessantes für dich gefunden hast. Ich kenne den TED-Talk und wenn du den den interessant und inspirierend fandest, dann ist “Big Magic” auf jeden Fall auch was für dich.
      Frohes adventliche Lesestunden,
      Gesche

  3. Danke für die tollen Buchtipps! Kenne bisher nur das von Julia Cameron, das mich auch sehr weiter gebracht hat :-)
    Außerdem kann ich noch sehr das “Drawing Lab”von Carla Sonheim empfehlen. Sie präsentiert dort viele Techniken, um sich in Gang zu bringen und bestärkt einen in seinem eigenen Stil, weil es bei ihr kein richtig oder falsch in der Ausführung gibt. Obwohl ich es mittlerweile auswendig kenne, schaue ich immer wieder gerne rein.

    1. Hi,
      danke für den Tipp. Ich habe tatsächlich das “Schwesterbuch” dazu Paint Lab von Deborah Forman, das ich auch total inspirieren finde und immer wieder durchblättere. Wusste gar nicht, dass es da auch eine Zeichen-Version von gibt…gleich mal auf die Wunschliste gesetzt :)
      LG, Gesche

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